Meine Reise zu mir selbst – Teil 1 Die Vorbereitung

„Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, wird Mut geboren.“

31 Jahre musste ich alt werden um mich zu trauen das erste mal alleine zu reisen.

Und ich habe mich nicht mal richtig getraut, ich hatte wahnsinnige Angst!

Aber dann stieß ich auf ein Angebot bei dem die Sehnsucht einfach größer war!

Meine größte Angst weshalb ich mir tatsächlich fast in die Hosen geschissen habe war meine Flugangst! Und zwar nicht weil ich Angst habe vor einem Absturz etc. sondern weil ich Angst hatte mich nicht alleine zurecht zu finden. Das Vertrauen in meinen Orientierungssinn in riesen Hallen war nicht sehr groß… Und dann auch noch mit Umsteigen in Doha!

Ich stehe alleine am Flughafen, keiner versteht mich, ich weiß nicht wo ich hin muss…

Das waren meine Gedanken.

Alle in meinem Umfeld habe ich vorher mit verrückt gemacht „oh Gott hoffentlich finde ich das alles und ich sehe doch das Schild nicht, selbst wenn es direkt vor meiner Nase ist und außerdem kann ich ja die Sprache nicht perfekt und außerdem….“

Da gab es die Einen die sagten, wozu machst du dich verrückt, ist doch alles easy und dann gab es die Anderen die mitfühlten und sagten, oh ja ich kann dich so gut verstehen, ich würde mich das auch nicht trauen so ganz alleine….

Beide halfen mir nicht wirklich weiter aber ich wusste, ich will das und ich werde es schaffen. Irgendwie. Und dann malte ich mir das Schreckensszenario aus.

Ich verpasse meinen Anschlussflug (aus welchen Gründen auch immer) und sitze in Quatar fest. Ich sitze dort 3 Wochen ohne Essen und Trinken, keiner versteht mich und so Gott will überlebe ich bis ich meinen Rückflug (den ich dann hoffentlich in der langen Zeit gefunden habe) wieder antreten kann. Je bescheuerter ich mir das ausmalte, desto ruhiger wurde ich.

Also wozu eigentlich diese große Angst. Was kann denn wirklich und realistisch passieren? Und nachdem ich mir das immer konkreter ansah und bewusster machte hatte ich gar nicht mehr so viele schreckliche Ideen.

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Dann war da aber ja noch das gemischte Gefühl einerseits voller Vorfreude aber andereseits auch der Ungewissheit was genau auf mich zukommt bei der Yogalehrerausbildung.

Sicher, ich hatte einige Bilder gesehen und es gab auch ein Video über die Exteilnehmer indem alle beschrieben wie unendlich glücklich und dankbar sie sind aber man konnte sich doch nicht so richtig etwas darunter vorstellen.

Und so erzählte ich jedem vor meiner Abreise „Ich bin voller Vorfreude aber auch sehr gespannt was auf mich zukommt“ Wir bekamen im Vorfeld bereits ein paar Aufgaben und hatten etwa einen Monat vor Abreise eine Facebook Gruppe über alle Mitglieder um sich etwas austauschen zu können.

Das hat mich zum Einen beruhigt zum anderen aber auch ein wenig den Druck erhöht, wenn man Bilder von Leuten sah die sämtliche Asanas in Perfektion beherrschten.

Da kamen Gedanken auf wie „oh Gott schaffe ich das, bin ich schon so weit, wie soll ich da nur mithalten“

Gleichzeitig hatte ich aber auch die große Sehnsucht und Motivation mich den Herausforderungen zu stellen!

Ich wollte schon immer eine Reise alleine antreten und mir war auch klar, dass ich irgendwann die Ausbildung zum Yogalehrer absolvieren möchte. Dass sich dann beides so schnell vereinbaren lässt war dann allerdings recht spontan.

Im November 2017 stieß ich erst auf das Angebot in Bali und war zunächst am Geldzählen und Abwägen. Meine Freundin Kathleen die mich sehr gut kennt, wusste gleich, „das ist genau dein Ding. Mach das!“ Und so schickte ich meine Bewerbung ab und hoffte ungeduldig auf die Zusage. Die bekam ich dann im Dezember und im März ging es auch schon los.

So viel Zeit für die Vorbereitung blieb mir also nicht.

Und ich musste eine Menge Bücher lesen und mich auch körperlich noch um einiges weiterentwickeln. Auch mit der Anatomie musste ich mich erstmal vertraut machen. Wusstet ihr dass ein Mensch mehr als 650 Muskeln hat?

Trotzdem ich war nun angefixt von der Idee und konnte es kaum erwarten da zu sein.

Es war magisch und ich wusste einfach ich muss da hin!

Also beschloss ich meine komplette Freizeit mit Lernen und Üben zu verbringen.

Und ich fing an probeweise meine Freundinnen in meinem kleinen Wohnzimmer zu  unterrichten 😉

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Am Tag des Abflugs, der zweite März, brachten mich dann meine Eltern zum Flughafen nach Frankfurt und als wir uns verabschiedeten und meine Mutter Tränen in den Augen hatte kam nochmal ein kurzes Gefühlschaos auf. „Was tue ich da eigentlich…“

Dann war ich auch schon durch die Passkontrolle und sah schon beim Warten im Gate wie mein Flieger bereit stand.

Auch wenn ich das schon zig mal erlebt habe, da ich fast jedes Jahr verreist bin war das doch ein ganz anderes, besonderes Gefühl diesmal alleine eine ganz besondere Reise mit mir und zu mir selbst anzutreten.

Ich hob ab.

Teil 2 folgt…

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Ein Geschenk einer lieben Freundin  kurz vor meiner Reise.

Der Schutzengel hat mich immer begleitet.

Bist du auch schon einmal alleine gereist? Wie war dein erstes Mal? Hattest du auch so Schiss oder warst du ganz cool? Schreib mir in die Kommentare!

Deine Vany

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 Kommentare zu „Meine Reise zu mir selbst – Teil 1 Die Vorbereitung

  1. … die probleme entstehen in unserem kopf, in unseren gedanken so wie auch die grenzen, wir begrenzen uns selbst in unseren gedanken! je offener wir sind und desto mehr vertrauen wir haben umso mehr schöne momente begegnen uns .. ich führe manchmal richtige dialoge mit meinem ego (welches keine veränderungen mag 😉 mit viel humor, bewusstsein und liebe wird man immer offener und grenzenlos – probleme kann man lösen wenn sie vor einem stehen …

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    1. Ja, genau so ist es. Wir setzen uns die Grenzen nur selbst und dein letzter Satz ist so wahr! Oft denken wir über Probleme nach, die noch gar nicht da sind und verschwenden die Zeit mit grübeln, statt unser Leben zu genießen.

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  2. Hi, super dass du das mit den Ängsten ansprichst! Ich reise, wie du evtl gelesen hast auch hier auf Bali das erste mal alleine und merke wie bei jeder neuen Situation die Angst bei mir hochkommt, einfach weil ich alleine bin. Das ist wirklich anstrengend aber auch echt ne Erfahrung und Entwicklung die man da durch macht! Also super wertvoll! 🙂

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    1. Ja genau so hab ich es auch empfunden. Manchmal muss man sich erst daran gewöhnen, jetzt gerade niemanden zu haben mit dem man direkt seine Eindrücke teilen kann aber es ist wirklich eine riesen Erfahrung und Entwicklung! Ich hoffe noch mehr von dir zu lesen. Alles Liebe!

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    1. Hey Sunshinegirl, freut mich, dass dir mein Blog gefällt! Dann hast du ja die Bali Vibes schon kennengelernt. Warst du auch so begeistert wie ich? Wohin geht es denn nun alleine? Sehr stark!

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