Wahr?nehmung – „Ich sehe was, was du nicht siehst“

Jeder von uns kennt das doch. Es passieren Dinge direkt vor unseren Augen die wir einfach nicht sehen bzw. nicht wahrnehmen.

Da steht groß „Ziehen“ an der Tür und du drückst.

Mach den Test mit einem Freund. Lauft einmal zusammen durch die Fußgängerzone und zählt euch dann auf was ihr alles gesehen habt. Vielleicht habt ihr einige Gemeinsamkeiten, ganz sicher gibt es aber auch viele Unterschiede.

Du siehst immer genau das, worauf du gerade deine Aufmerksamkeit setzt.

Wenn du dir z. B. einen Hund anschaffen willst, siehst du überall Hunde. Wenn du ein Baby haben möchtest, siehst du überall Babys und Schwangere.

Das heißt, wir fokussieren uns auf bestimmte Dinge und blenden andere aus.

Wenn du die Welt als böse empfindest, siehst du deshalb auch überall nur Kriminalität, Krieg, Betrug.

Das ist das Gesetz der Resonanz.

Wir glauben oft wir haben die Wahrheit gepachtet und so wie wir die Welt sehen, ist sie auch. Das ist aber nichts anderes als deine persönliche Wahrnehmung von deiner eigenen Welt. So wie du sie dir erschaffen hast.

Wer glaubt die Wahrheit gepachtet zu haben, sitzt bereits einer Lüge auf.

Zitat von Helmut Graßl

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Warum genau ist unsere Wahrnehmung so unterschiedlich und wie funktioniert das in unserem Gehirn? Achtung Psychologie 🙂

Zunächst einmal nehmen wir mit unseren Sinnesorganen Reize auf (sehen, riechen, schmecken, fühlen, hören). Über diese nehmen wir riesen Mengen an Daten auf.

Damit wir jetzt nicht wahnsinnig werden bei der Fülle an Informationen und eine Reizüberflutung bekommen, setzt unser Gehirn gleich mehrere Informationsfilter.

  • Erwartung – ganz unbewusst nehmen wir das wahr, was wir erwarten und setzen hier schon unseren ersten Filter. Thema Placeboeffekt…
  • Erinnerung – wir erinnern uns, ahh das kenne ich schon.
  • Erfahrung – wir vergleichen mit Dingen und ähnlichen Situationen wie wir sie bereits erlebt haben und bevorzugen die für uns wahrscheinlichste Interpretation um Zusammenhänge zu finden (wo vielleicht gar keine sind).
  • Empfindung / Bewertung – je nach dem, ob unsere bisherige Erfahrung in solch einer Situation gut oder schlecht war, bewerten wir auch diese jetzt als gut oder schlecht. Wir verknüpfen mit einer Emotion (Freude, Angst, Schreck…)
  • Handlung / Reaktion – und je nachdem zu welcher Bewertung wir gekommen sind, handeln und reagieren wir entsprechend

Da wir alle eine individuelle Historie haben und unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben, nehmen wir also unterschiedlich wahr und beurteilen eine Situation auch unterschiedlich. Wir entwickeln im Laufe unseres Lebens eigene Denkmuster und Glaubenssätze und bilden uns dadurch unsere eigene Weltanschauung.

Unser Bewusstsein, unsere Wahrnehmung ist daher immer subjektiv.

Objektivität gibt es nicht.

Dabei werden wir ständig und überall beeinflusst.

Durch unsere Umwelt. Durch dein Umfeld und die Menschen die dich umgeben und natürlich durch die Medien.

Wenn du einen Artikel liest oder hörst, fließt zwangsläufig immer die Meinung des Autors mit ein.

Deshalb halte ich im Übrigen auch personifizierte Nachrichten für gefährlich. Du siehst nur noch das was du sehen willst. Selbstverständlich wird deine z. B. politische Meinung in die Richtung bestärkt, wenn du dich ausschließlich mit den entsprechenden Quellen beschäftigst die genau diese bestärken. Aber das ist ein anderes Thema…

Dass unsere Wahrnehmung auch oft einer Täuschung unterliegen kann zeigen einige berühmte Bilder:

Was siehst du?

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Bild 1: Alte oder junge Frau?

Bild 2: zwei Gesichter oder Kelch?

Unsere Wahrnehmung ist aber auch abhängig vom Kontext.

Beide Linien sind hier gleich lang auch wenn die obere länger erscheint.

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Warum erzähle ich dir das alles und was hat das mit Freude zu tun?

Wichtig ist, dass wir uns immer wieder bewusst machen:

Es gibt sie nicht, die eine Wirklichkeit.

Die Wahrnehmung ist nicht bei jedem gleich und damit nicht die Realität.

Diese Erkenntnis ist ganz wichtig für eine wertschätzende Kommunikation.

Deshalb reagieren auch die einen Menschen auf die gleiche Aussage gekränkt und die anderen freuen sich. Als Beispiel, die betrogene Frau wird bei ihrem nächsten Partner (wenn sie nicht reflektiert ist) sicherlich anders reagieren, wenn er sich länger nicht meldet als die Frau der so etwas nie passiert ist.

Deshalb, erweitere deinen Blickwinkel!

In Bezug auf die Dinge und die Welt.

Aber auch in Bezug auf andere Personen.

Urteile und bewerte nicht zu schnell nach dem Motto, der Typ ist egoistisch, die Frau ist dumm. Nicht gleich in Schubladen stecken (und nicht mehr rauslassen).

Vielmehr beobachte, was ist.

Ohne Bewertung.

Reflektiere deine Wahrnehmung und generalisiere nicht.

Vielleicht kommst du zu dem Schluss, der hat sich in dieser Situation falsch verhalten. Das heißt aber nicht, dass er in einer anderen Situation nicht anders handelt oder generell ein schlechter Mensch ist.

Du musst deswegen nicht gleich alle lieben. Du solltest nur akzeptieren. Ggf. auch mal direkt nachfragen, ob du richtig liegst mit deiner Annahme.

Mache dir dabei immer eins bewusst.

Was wir in anderen sehen, hat immer auch etwas mit uns selbst zu tun!

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Es sind genau die Anteile unserer eigenen Persönlichkeit, die wir dann oft bei anderen abstoßend finden. Stichwort Trigger. Das spiegelt sich besonders schön in Partnerschaften.

Wir sehen die Welt nicht wie sie ist, sondern wie wir sind.

Aus dem Talmund.

Je schärfer deine Wahrnehmung umso besser deine Interpretation.

Es lohnt sich also offener zu sein und die Perspektive zu wechseln.

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Das hilft uns weniger enttäuscht und verbittert zu werden. Es hilft uns Missverständnisse zu vermeiden, Abneigungen und Ärger zu minimieren.

Das Bewusstsein über unsere subjektive Wahrnehmung macht uns außerdem verständnisvoller, offener und toleranter.

Und schafft uns letztendlich mehr Wohlbefinden.

Bleib achtsam,

Deine Vany

Anmerkung: Relative und absolute Wirklichkeit im spirituellen Sinne habe ich hier bewusst ausgelassen. Das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

2 Kommentare zu „Wahr?nehmung – „Ich sehe was, was du nicht siehst“

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