Meine Reise zu mir selbst – Teil 6 Die Prüfung

Ich war tierisch nervös vor meiner ersten praktischen Stunde.

60 Minuten sollten wir vorbereiten, die die Dinge beinhalten die wir gelernt hatten.

Als ich mein Kärtchen zur praktischen Prüfung zog, stand dort

Donnerstag Nachmittag, 13:30 Uhr, 7 Matten, große Shala.

Wir hatten da aber schon Dienstag.

Und das Vollzeitprogramm war gleich geblieben.

Viel Zeit zum Vorbereiten blieb also nicht.

Nun gut, wenn ich sonst in der Mittagspause mal schnell mit dem Roller zum shoppen düste oder zur Abkühlung in den Pool sprang, war jetzt eben Lernen angesagt…

Oder besser gesagt, Stunde vorbereiten.

Ich hatte zuhause ein bisschen geübt indem ich 2-3 Freundinnen im Wohnzimmer unterrichtete aber hier war das natürlich nochmal was anderes, wenn dir deine Lehrer ganz genau auf die Finger schauten und die Yogis keine Anfänger waren…

Wieder hatte ich ein Wechselbad der Gefühle wie vor dem Abflug zwischen „oh Gott wie soll ich das schaffen“, „bekomme ich überhaupt ein Wort raus“, „was wenn ich einen Blackout habe“, „was wenn die anderen denken, die ist nicht fähig“. „was wenn ich den Ablauf vergesse“??

und andererseits

„ich freue mich wahnsinnig darauf meine erste eigene Stunde zu kreieren und zu halten und anderen ein gutes Gefühl zu geben“

Und dann sagte ich mir wieder. Was kann denn WIRKLICH schlimmes passieren? Ok, ich kann mich vielleicht total blamieren. Meine Lehrer und Schüler sehen mich als nicht geeignet. Gut, dann fliege ich eben nach Hause ohne den Schein. Natürlich wäre ich darüber traurig aber hey ich hatte hier eine unbeschreiblich tolle Zeit. Und die kann mir keiner mehr nehmen.

Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man genau das tut, wovor man Angst hat, und auf diese Weise eine Reihe von erfolgreichen Erfahrungen sammelt.

– Dale Carnegie

Beim Entwerfen von körperlich und energetisch sinnvollen Abfolgen ist Kreativität gefragt. Außerdem, die Kunst des richtigen Timings.

Also alles einmal durchgeturnt, ein paar Spickzettel geschrieben und auf Gottes Führung gehofft 😉

Und dann war sie da. Meine erste Yoga-Class

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Meine Intension und mein Thema für die Stunde war – wie könnte es anders sein – Lebensfreude. Ananda. Die innere Freude spüren.

Passend zu meiner Stunde fing es an zu regnen, ein Gewitter zog auf und es kühlte ordentlich ab 😉

Passendes Wetter zur Lebensfreude?

Ja! Denn bekanntlich kommt diese ja von innen. Also egal wie die äußeren Umstände und damit auch das Wetter ist 😉

Ich fühlte mich in meinem Element und ich hatte immer mehr Spaß am Geben.

Meine Schüler waren natürlich alle fortgeschritten und machten es mir daher auch recht einfach.

Trotzdem entging mir nicht der manchmal kritische Blick meiner Lehrer.

Danach gab es ehrliches und konstruktives Feedback.

Meine Stimme sollte noch mehr aus dem Bauch kommen aber insgesamt waren sie sehr zufrieden.

Und ich auch.

Es war geschafft! Und ich hatte Blut geleckt…. und hätte am liebsten gleich nochmal.

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Der zweite Teil der Prüfung war der Schriftliche.

Hier war meine Aufregung nicht gar so groß. Ich musste zwar noch einiges Lernen aber am Abend vor der Prüfung, gönnte ich mir noch eine ausgiebige balinesische Massage.

Und das war genau richtig!

Sonntag Morgen um 7 Uhr begann die Prüfung und wir hatten zwei Stunden Zeit. Nachdem ich anfangs sehr ausführlich die Fragen beantwortet hatte, kam ich dann doch ein wenig in Zeitnot.

Die wollten doch ganz schön viel wissen… also wurden meine Antworten wohl kontinuierlich kürzer 😉

Aber… es hat gereicht! Und sogar mehr als das.

Später wurde bekannt gegeben, dass einige mehr als 90% erreicht hatten und ich war unter den Glücklichen. Yay!

Ich bin Yogalehrerin!

Und das wurde auch ausgiebig zelebriert.

Wir sollten uns alle weiß anziehen und hatten eine wunderschöne Abschlusszeremonie.

Wie zu Beginn wurden wir mit spirituellem Räuchern empfangen.

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Wir versammelten uns im Halbkreis vor dem Alltar und in der Mitte wurde uns einzeln bzw. zu dritt das Zertifikat überreicht. Währenddessen wurden wir von den anderen mit Blumen beworfen bis letztendlich ein Meer voller Blüten auf dem Boden war.

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Wir hatten wahrlich gelernt was es heißt Yoga zu leben und konnten eintauchen in diese wundervolle Welt.

Die schwerste Prüfung war jedoch sicherlich die Umsetzung in den Alltag.

Doch auch heute, während ich nun wieder zu Hause bin und diesen Artikel schreibe, kann ich sagen,

das Bliss in meinem Herzen ist definitiv noch da.

Ich bin mir selbst ein ganzes Stück näher gekommen. Ich habe mehr Selbstvertrauen entwickelt und ich bin – ohne erkennbaren Grund – einfach nur happy.

Die Balivibes, die Umgebung, die wundervollen Lehrer, die tolle Gemeinschaft und die ansprechende und lehrreiche Ausbildung waren eine so schöne Erfahrung die sich gar nicht wirklich in Worte fassen lässt. Meine Blogserie dazu ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Ich kann nur immer wieder sagen, DANKE für diese tolle Zeit!

Es war die schönste Zeit meines Lebens!

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10 Kommentare zu „Meine Reise zu mir selbst – Teil 6 Die Prüfung

  1. Ah, das läuft inzwischen über die Volkshochschule Karlsruhe, nicht mehr direkt über das Gartenbauamt.

    Der Termin am 7.7.2018 steht schon drin, ist aber bereits ausgebucht.

    Weitere Termine sind der 4.8., der 1.9., der 21.10. und der 17.11., Die Anmeldung für diese vier Termine ist aber noch nicht offen. Untenstehend der Link zur Suche nach „Teezeremonie“ bei der VHS Karlsruhe – darüber sollte man sich anmelden können, wenn die Termine freigegeben werden.

    https://vhs-karlsruhe.de/index.php?id=199&urlparameter=kathaupt%3A26%3Bsuchesetzen%3Afalse%3B&kfs_stichwort_schlagwort=Teezeremonie&x=0&y=0

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  2. Dieses Gefühl vor einer Prüfung – vor einer praktischen Prüfung im Lehren (ganz unabhängig von Yoga), das ist ein Kitzel. Das kenne ich auch, und ebenso die wundervolle Erleichterung und Befriedigung, wenn es geklappt hat.

    Aus meinen Erfahrung in japanischer Teezeremonie muss ich sagen, finde ich Regen und Kühle für eine Übung in stiller/ruhiger Lebensfreude genau richtig. Ich denke noch immer an die perfekte Stille zurück, als jene fortgeschrittene Schülerin der Teeklasse, deren Handlungen der Meisterin immer etwas zu langsam sind, im Stadtgarten in Karlsruhe auf der Seebühne bei leichtem Regen Hakobi Temae zelebrierte. Das prasseln des Regens auf dem See, während wir auf der Seebühne saßen, war – die perfekteste Stille, die ich bisher erlebt habe. Ich kann mir daher vorstellen, dass nicht nur als Kontrast zur Lebensfreude von innen, sondern in perfekter Harmonie der Regen genau richtig war.

    Die Reihe Deiner Beiträge über Bali ist – wundervoll und inspirierend und ich bin sicher, dass Du Deinem Zertifikat alle Ehre machst, zumindest lese ich das aus dem Spirit hinter Deinen Worten heraus.

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    1. Herzlichen Dank für deine lieben Worte. Ja, ich fand den Regen und das aufziehende Gewitter tatsächlich auch sehr stimmig.
      Ich liebe den Karlsruher Stadtgarten. Eine Teezeremonie dort stelle ich mir toll vor. Kommst du von da?

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      1. Ich habe in Karlsruhe studiert (seit 1999), lebe inzwischen südlich von Karlsruhe. Ursprünglich bin ich aus der Heilbronner Gegend. Wir haben inzwischen im Japangarten ein Teehaus im Stadtgarten, es finden dieses Jahr bis November jeden Monat Teezeremonien (Urasenke-Teeschule, verschiedene Temae) statt. Im August und September bin ich auch als Helferin dabei. Ich kann mal den Link raussuchen, wo man sich über das Gartenbauamt anmelden kann.

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